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Direktoren der Theaterwissenschaftlichen Sammlung von 1919 bis heute

1919 bis 1959

Carl Niessen

Carl Niessen (*1890 – †1969) studierte in Rostock Literaturwissenschaften und promovierte 1914 über Schul- und Bürgeraufführungen in Köln bis zum Jahre 1700. 1919 habilitierte er sich als Erster im deutschsprachigen Raum für Theaterwissenschaft und begann noch im selben Jahr mit der Einrichtung einer theaterwissenschaftlichen Schausammlung. 1923 wurde er zum planmäßigen Lektor für Theaterwissenschaft berufen. In den Folgejahren legte er großen Wert auf die praktische Ausbildung der Studierenden und führte regelmäßig Regie bei den Inszenierungen der Studiobühne des Instituts. 1929 erfolgte die Ernennung zum nicht-beamteten, außerordentlichen Professor für Theaterwissenschaft. 1932 bewirkte Niessen den Umzug des Instituts in ein repräsentatives Gebäude am Salierring, in dem er alle Sammlungsbestände unterbringen konnte und ein öffentliches Kölner Theatermuseum einrichtete. Während des Nationalsozialismus arrangierte er sich einerseits mit dem politischen System, hielt jedoch andererseits an dem Ideal einer internationalen, 'ethnographisch' geprägten Theaterwissenschaft fest und wurde von den nationalsozialistischen Machthabern als 'politisch unzuverlässig' eingestuft. 1938 wurde er als planmäßiger außerordentlicher Professor auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Theaterwissenschaft berufen. Im Anschluss an das Entnazifizierungsverfahren wurde Niessen 1948 wieder als Lehrstuhlinhaber eingesetzt. In den 1950er Jahren überführte er die Sammlungsbestände nach Schloss Wahn und wurde 1959, nach rund 40 Jahren Sammlungs- und Institutsleitung, emeritiert.

1960 bis 1971

Rolf Badenhausen

Rolf Badenhausen (*1907 – †1987) studierte Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Berlin und München. 1930 wurde er in München mit einer Arbeit über Das spanische Kostüm und seine Bedeutung für die Bühne promoviert. Er arbeitete zunächst als Assistent am Münchener Theatermuseum und wurde 1935 von Otto Falckenberg als Dramaturg und Hilfsspielleiter an die Münchner Kammerspiele geholt. Ab 1936 arbeitete er als Dramaturg bei Gustaf Gründgens am Preußischen Staatstheater in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte Badenhausen Theatergeschichte und Filmkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München in München. Von 1951 bis zu Gründgens' Weggang nach Hamburg war er Chefdramaturg, Schauspieldirektor und Stellvertreter des Intendanten am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1960 wurde Badenhausen als Nachfolger von Niessen auf den Kölner Lehrstuhl für Theaterwissenschaft berufen und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1971.

 

1971 bis 1978

Günther Erken

Günther Erken (*1933) leitete von 1971 bis 1978 das Institut für Theaterwissenschaft und die TWS. Er setzte sich für den Ausbau des Kölner Institutes ein, da die Studentenzahlen stark anstiegen. 1978 ließ er sich von der Leitung des Instituts und des Theatermuseums entheben und wandte sich der Theaterpraxis zu. Er arbeitete als Dramaturg bei Hansgünther Heyme in Stuttgart, danach am Residenztheater in München. 1995 erhielt er eine Honorarprofessur der Universität München und betreute außerdem bis 2004 den Studiengang Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie.

 

 

1979 bis 2010

Elmar Buck

Elmar Buck (*1945) studierte in Berlin und Hannover und promovierte 1971 über Die Dramaturgie des Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing. 1977 war er zunächst wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Deutsche Literatur und Sprache an der Technischen Universität Hannover. 1978 habilitierte er sich über den Bürger und sein Theater und erhielt die Venia legendi über Geschichte und Ästhetik audiovisueller Medien: Theater, Film, Television. 1979 wurde er an die Universität zu Köln auf den Lehrstuhl für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft berufen und fungierte bis zu seiner Emeritierung 2010 auch als Direktor der TWS.

 

 

 

 

seit 2012

Seit 2012 hat Peter W. Marx, Professur für Theater- und Medienwissenschaft, die Direktion der Theaterwissenschaftlichen Sammlung übernommen. Unter seiner Leitung wurde die Sammlung verstärkt in die Lehre eingebunden und die Ausstellungstätigkeit in Kooperation mit verschiedenen Museen ausgeweitet. Zudem hat sich die TWS mit der Einladung von Fellows aus der ganzen Welt für längere Forschungsaufenthalte auf Schloss Wahn und dem seit 2013 jährlich durchgeführten internationalen Summer Institute Cologne [sic!], an dem jedes Jahr Doktorand*innen unterschiedlichster Nationen teilnehmen, der internationalen Forschungscommunity geöffnet.
Weitere Informationen zu Peter W. Marx finden Sie hier.