zum Inhalt springen

vergrößern:
Foto: Hermann und Clärchen Baus

Nora Probst
Objekte, die die Welt bedeuten. Carl Niessen und die Kulturgeschichte(n) der frühen Theaterforschung in Köln (Arbeitstitel)

Köln ist einer der frühesten Wissenschaftsstandorte, an dem Theaterwissenschaft als Universitätsdisziplin betrieben worden ist. Um 1920 entwickelte der Kölner Theaterforscher Carl Niessen (1890-1969) eine Wissenschaftspraxis, die auf einem grundlegend erweiterten, auf performative Handlungen ausgerichteten Theaterbegriff aufbaute, der den Bogen von kultischen und rituellen Handlungen, Festen, Maskeraden, Puppenspiele und Tänzen von 'Ur-Völkern' hin zu den Phänomenen des europäischen Gegenwartstheaters spannte. Die zur gleichen Zeit gegründete Theatersammlung diente ihm als Ressource für seine interdisziplinäre Forschungsstrategie des Denkens mit und durch Objekte ein Denken, das einerseits eine frühe Perspektive interkulturell, international und intermedial ausgerichteter Theaterwissenschaft dokumentiert und andererseits aber auch Zweifel an der inneren Verfasstheit dieses Ansatzes im Kontext von Kolonialismus, Völkerkunde und politischen Ideologien wecken muss.

Kontakt: nora.probst[at]uni-koeln.de
Mehr Informationen und aktuelle Projekte von Nora Probst finden Sie hier.