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Foto: Christina Vollmert

Esther Pramschiefer
Regieanweisungen in der Frühen Neuzeit (Arbeitstitel)

Im Fokus meiner Arbeit stehen Regieanweisungen, die als Marker für das Spannungsfeld zwischen Performativität und szenischem Narrativ und damit als konstitutive und sinnstiftende Einheit im Denken über Theater fungieren. Die Frühe Neuzeit erscheint als Zeitraum der Literarisierung des Dramas und als Formierungsphase zwischen Literatur, Druckökonomie und Theater, insofern sich in dieser Zeit erstens das Drama als (Buch-)Text etabliert, es zweitens eine entscheidende, nämlich die schriftliche, Dimension hinzugewinnt und sich drittens damit ganz neue Möglichkeiten der Verbreitung und der Einflussnahme von Theatermachern auf nachfolgende Aufführungen ergeben. Meine Dissertation nimmt drei Zeiträume in den Blick: 1430 bis 1700 für die Entstehung der Textgrundlagen, circa 1600 bis circa 1745 (Gottscheds Theaterreform) als epochales Fenster für die Theaterpraxis der Frühen Neuzeit verbunden mit der Wanderbühne und ihren Praktiken - womit auch ein geographischer Rahmen angesprochen ist - und 1493 bis 1745 für die Entwicklung einer normierten, ökonomisch motivierten Druckkultur bzw. -konvention von Theatertexten. Methodisch vereint mein Projekt literaturwissenschaftliche Textanalyse (von Fastnachtspielen, Meistersingerdramen, Schauspielen der englischen Komödianten, Spieltexten der Wanderbühne, Jesuitendramen, protestantischen Schuldramen und Dramen des schlesischen Barocks; u.a. in Form der Kategorisierung von Regieanweisungen) mit theaterwissenschaftlicher Aufführungsanalyse und einem materiellen Zugang zu Bildmedien.

Kontakt: epramsc1[at]smail.uni-koeln.de
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