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Enes Türkoğlu ist als Digital Humanist an der TWS tätig und lehrt am Institut für Digital Humanities. 

In seiner Forschung widmet er sich der Erfassung und Digitalisierung heterogener Objektarten und der Frage, wie deren kulturhistorische Kontexte methodisch sinnvoll untersucht und sichtbar gemacht werden können.

Schule und Studium
Geboren in Istanbul, besuchte er das traditionsreiche Cagaloglu Anatolische Gymnasium, bevor er sein Studium an der Fakultät für Kommunikation der Universität Istanbul im Bereich Rundfunk, Fernsehen und Kino aufnahm. 2009 kam er nach Deutschland, wo er den Verbundstudiengang Medieninformatik mit Bachelor- und Masterabschluss absolvierte – ein interdisziplinäres Programm, das Medien-, Kultur- und Theaterwissenschaft mit historisch-kulturwissenschaftlicher Informationsverarbeitung (Digital Humanities) verbindet.

Berufliche Tätigkeiten
Seine berufliche Laufbahn begann er bereits 2007 am Staatstheater Istanbul als Regieassistent des renommierten Regisseurs Şakir Gürzumar und wirkte u. a. an den großen Produktionen Bir Şehnaz Oyun und Çayhane mit. Parallel dazu arbeitete er als Fotograf sowohl freiberuflich als auch für das Staatstheater Istanbul und das staatliche Fernsehen TRT. Nach seinem Umzug nach Deutschland absolvierte er ein Praktikum beim WDR in der Redaktion des Morgenmagazins, wo er später als studentischer Mitarbeiter tätig war.

Seit 2014 ist er an der TWS für die Schnittstelle zwischen Digital Humanities und Theaterwissenschaft tätig. In diesem Rahmen konzipiert, koordiniert und realisiert er interne wie auch drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte. Er arbeitet dabei eng mit dem Cologne Center for eHumanities (CCeH) und dem Institut für Digital Humanities (IDH) zusammen. Dazu zählen u.a. die Projekte „(Re-)Collecting Theatre History“, „Kompakkt – Lehre in 3D“ und Modellprojekt „Analysis of Early Modern Media Ecology“.

Darüber hinaus war er an mehreren TWS-externen Drittmittelprojekten beteiligt, darunter das von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderte Projekt „Reallexikon für Antike und Christentum: Intelligentes Register“ sowie das Teilprojekt des SFB 1187 „Medien der Kooperation: Medien der Praxeologie III – Digitale Forschungswerkzeuge und Umgebungen“. 2021 entwickelte er gemeinsam mit mehreren universitären Einrichtungen den erfolgreichen Antrag zum Virtual Campus Projekt, das AR- und VR-Technologien in Studium, Forschung und Lehre integriert. 2024 unterstützte er das von Erasmus+ finanzierte internationale Projekt ARTEST, in dem er als Koordinationsassistenz und Verantwortlicher für das Arbeitspaket „Digital Lab creation, launch, piloting“ tätig war. Diese Zusammenarbeit ermöglichte ihm, seine Expertise im Bereich Digital Humanities auf internationaler Ebene einzubringen und zu erweitern sowie den Aufbau des Fachs in der Mongolei zu unterstützen.

Für die internationale Konferenz „IFTR 2025: Performing Carnival: Ekstasis, Subversion, Metamorphosis“ übernahm er die Entwicklung der digitalen Strategie, um die Planung und Durchführung der mit über 1000 Teilnehmenden bisher größten IFTR-Konferenz zu strukturieren und zu optimieren. Darüber hinaus moderierte er mehrere Sessions und konzipierte ein „Forum 4 Discussion“ zum Thema „The Future of Theatre/Performance Studies and Digital Humanities“.

Das Jahr 2025 markiert zudem die Bewilligung des jüngsten Verbundprojekts „Medien-Bilder (17. bis frühes 20. Jahrhundert). Teildigitalisierung der Sammlung Werner Nekes“, das 2026 starten wird. In Kooperation mit dem Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (DFF) sowie dem Filmmuseum Potsdam der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (FMP) werden dabei über 5.000 Objekte aus der Sammlung Werner Nekes digitalisiert und erschlossen. Für dieses Projekt übernimmt er die Projektkoordination.

Seit 2022 beschäftigt er sich zudem intensiv mit der Datenkuratierung der TWS-Bestände. Ziel ist es, historisch gewachsene, disparate Datenbestände in ein zentrales System zu überführen, nachhaltige Erfassungsworkflows zu etablieren und so eine langfristige, strukturierte Dokumentation zu ermöglichen. Dieser Aufgabenbereich ist eng verknüpft mit der Entwicklung von Datenmodellen für eine von Objekten ausgehende Theaterhistoriographie. Die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen in Digital Humanities und Theaterwissenschaft – kombiniert mit der bestandsnahen Arbeit in der Sammlung sowie der Zusammenarbeit mit dem IDH und dem CCeH – haben eine Arbeitsweise geprägt, die maßgebliche Impulse für die Weiterentwicklung fachspezifischer Datenstandards und Best-Practices setzt.