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What our volunteers experienced

by Amelie Skubella


Media Report IFTR 2025


IFTR Magazine



IFTR 2025 Report

Wenn man an Begegnungen denkt, dann sind es nicht nur zufällige Momente des Zusammentreffens, sondern kleine Geschichten, die sich im Leben einschreiben. Begegnungen können ganz kurz sein – ein Blick, ein Lächeln, ein Gruß –, oder sie können tiefgehend sein und etwas im Inneren bewegen. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Spuren hinterlassen. Sie zeigen uns die Vielfalt des Menschseins: unterschiedliche Sprachen, kulturelle Hintergründe, Erfahrungen und Sichtweisen. 

Gerade beim Carnival habe ich gemerkt, dass Begegnungen noch einmal eine besondere Bedeutung haben. Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten, kommen zusammen, tauschen sich aus und teilen einen gemeinsamen Raum voller Offenheit und Neugier. Für mich war es überraschend, wie stark genau diese Momente die Stimmung der ganzen Woche geprägt haben. Ich hätte nicht erwartet, dass mich die Gespräche so sehr beschäftigen würden – und dass sie das Erste sein würden, woran ich zurückdenke. 

Genau deshalb möchte ich in meinem Bericht über die Begegnungen sprechen. Sie sind das, was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist. Fast jeder, mit dem ich sprach, hat selbst erwähnt, wie wertvoll diese Begegnungen waren und wie sehr sie das Festival bereichert haben. Für viele war es das Highlight, und genauso habe ich es auch empfunden. Darum ist es für mich naheliegend, meinen Bericht diesem Thema zu widmen. 

Carnival allgemein – meine Perspektive 

Bevor ich als Volontärin beim IFTR-Carnival tätig wurde, kannte ich Carnival vor allem aus Deutschland. Dort ist der Karneval eine bunte Feier, voller Musik, Umzüge und ausgelassener Stimmung. Man verbindet ihn mit Fröhlichkeit, Kostümen und gemeinschaftlichem Feiern. Umso spannender war es für mich, den Carnival in einem ganz anderen Rahmen zu erleben. 

Hier stand nicht nur das Feiern im Vordergrund, sondern auch der intellektuelle und künstlerische Austausch. Ich konnte in verschiedene Lesungen hineinhören und war beeindruckt, wie tiefgründig über Theater, Performance und Kultur diskutiert wurde. Besonders verblüffend war für mich die Verbindung aus Theaterbund, wissenschaftlichen Vorträgen und zugleich der Leichtigkeit, die das Festival als Ganzes getragen hat. Es war eine Erfahrung, die Carnival für mich in einer völlig neuen Dimension sichtbar gemacht hat: nicht nur als Fest, sondern als Raum für Dialog, Reflexion und künstlerisches Denken. 

Erste Begegnung 

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Gespräch mit einem Mann, das auf Englisch stattfand. Zunächst musste ich mich überwinden und innerlich umschalten, weil ich nicht in meiner Muttersprache sprechen konnte. Doch genau das machte das Gespräch so spannend: Wir redeten über Reisen, Kulturen und persönliche Eindrücke. 

Dabei spürte ich, wie viel Vertrauen in so kurzer Zeit entstehen kann, wenn man sich öffnet. Diese Begegnung hat mir gezeigt, dass Sprachgrenzen nicht trennen müssen, sondern dass sie neue Möglichkeiten schaffen, Menschen anders kennenzulernen. 

Zweite Begegnung 

Ein weiteres Erlebnis hatte ich in einer Pause, als Kaffee und Kuchen verteilt wurden. Dort kam ich mit mehreren Leuten ins Gespräch. Was zunächst locker begann, entwickelte sich schnell zu einem Austausch über Essensgewohnheiten in verschiedenen Ländern. Mir wurde bewusst, wie stark Essen mit Erinnerungen, Heimat und Kultur verbunden ist. Es war faszinierend zu sehen, wie etwas so Alltägliches wie Essen Menschen zusammenbringt – als eine Art „gemeinsame Sprache“. In diesem Moment habe ich gespürt, dass Begegnungen oft genau dort entstehen, wo man es am wenigsten erwartet: bei einer Tasse Kaffee, bei einem Stück Kuchen, mitten im Alltag des Festivals. 

Dritte Begegnung 

Die dritte Begegnung fand in einem der Räume statt, in dem ich während des Festivals als Volontärin gearbeitet habe. Eine Frau kam auf mich zu und stellte mir zunächst einige organisatorische Fragen. Zunächst war es für mich eine typische Situation meiner Helferinnenrolle: jemand braucht Unterstützung, und ich helfe weiter. Doch aus diesem ersten, eher sachlichen Gespräch entwickelte sich ganz von selbst ein tieferer Austausch. Sie erzählte von ihren eigenen Erfahrungen, und wir kamen ins Gespräch über sehr persönliche Themen. Für mich war dieser Moment besonders, weil er gezeigt hat, dass Begegnungen oft da entstehen, wo man es gar nicht plant: Mitten in der Arbeit, während man eigentlich eine ganz andere Aufgabe erfüllt. Diese Begegnung war für mich ein Beispiel dafür, wie das Helfen am Carnival gleichzeitig die Möglichkeit bietet, echte Verbindungen zu knüpfen. 

Austausch mit den Volontär:innen 

Auch die Gespräche mit den anderen Volontärinnen und Volontären haben mir sehr viel bedeutet. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, kleine Aufgaben verteilt und zusammen dafür gesorgt, dass alles reibungslos läuft. Aber wir haben auch über unsere persönlichen Hintergründe gesprochen, viel gelacht und die anstrengenden Momente gemeinsam getragen. Es war ein Miteinander voller Offenheit und Neugier, das mir gezeigt hat, wie schnell man als Team zusammenwachsen kann. Für mich war das eine große Bereicherung, weil ich nicht nur als Helferin tätig war, sondern selbst so viel aus diesem Austausch mitgenommen habe. 

Fazit 

Rückblickend war der Carnival für mich vor allem eine Woche voller Begegnungen. Ich habe so viel mehr mitgenommen, als ich vorher erwartet hätte. Diese Erfahrungen haben mich überrascht, berührt und inspiriert. Für mich war es eine große Chance, neue Perspektiven zu entdecken, mein eigenes Denken zu hinterfragen und dabei auch über mich selbst zu lernen. Begegnungen sind das, was bleibt – und genau deshalb war diese Woche für mich nicht nur ein Festival, sondern ein Erlebnis, das ich noch lange in Erinnerung behalten werde. 

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