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News und Veranstaltungen

Bald in der TWS...

20Nov

Huber-Lecture-Award

22Nov

Tag der offenen Tür in der TWS

Die TWS öffnet an diesem Sonntag ihre Pforten für die Öffentlichkeit! Kommen Sie gerne vorbei.


Aktuelle Meldungen

Die TWS gratuliert zum Fakultätpreis

...weshalb wir uns mit Hunden in Tutus auseinandersetzen sollten 

»Schul-, Kunst- und Wunderhunde« - Charlene Fündgens

Vorführungen von dressierten Hunden waren ein fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, das belegen zahlreiche historische Quellen wie Anschlagzettel, Bücher, Zeitschriften, Gemälde oder Zeitungsartikel. Auf Jahrmärkten und Messen, in Varieté-Theatern und im Zirkus waren Performances mit Hunden kein seltener Anblick. Professor Mohr, Munito und Co. führten unter anderem artistische Kunststücke auf, beantworteten mithilfe von Buchstabentafeln Fragen, lösten Matheprobleme oder parodierten bekannte Persönlichkeiten. Nimmt man diese Quellen als Zeugnisse einer Interspezies-Kulturpraktik ernst, eröffnen sich Einblicke in verschiedenste Aspekte der Mensch-Tier-Beziehungen in ihrem spezifischen historischen Kontext. In detaillierten Anleitungen verrieten die Dresseur:innen dieser Zeit ihr Repertoire und ihre Methode. Sichtbar werden dabei aber auch die Funktionsweisen der Kommunikation zwischen Dresseur:in und Hundeperformer und Annahmen der Autoren über tierliche Intelligenz. Eine Untersuchung von drei zwischen 1850 und 1900 erschienenen Dressuranleitungen zeigt eine Tendenz zu einer (vermeintlich) humaneren, sittlicheren Dressurmethode, die aber weiterhin auf als „angemessen“ empfundene Gewalt zurückgriff. Tierparkgründer und Zirkusdirektor Carl Hagenbeck bezeichnete das als „zahme Dressur“. Die Tendenz zur „zahmen Dressur“ lässt sich mit einem allgemein gestiegenen Interesse an und Mitgefühl mit Tieren im 19. Jahrhundert in Verbindung bringen. Nichtsdestotrotz konnte es keine Hundeperformance ohne die aktive Mitarbeit der Kunsthunde geben. Sie sind eine Hälfte der Mensch-Hund-Einheit, die nur durch Kommunikation und Kooperation als companion species double act auftreten konnte. Die Hundeperformer waren kompetente Performer, die eine enorme Lern- und Anpassungsfähigkeit bewiesen. 

Auf Anschlagzetteln wurden die Kunsthunde mit Namen, Bildern und teils ausschweifenden Berichten über ihre unglaublichen Taten beworben. Das war auch Teil einer anthropomorphisierenden Darstellung: Viele Tricks stellten die Tiere als Menschen dar: Spinnen, Buchstabieren, Tanzen, Kleidung Tragen. Die Vorstellungen spielten so gezielt mit der Grenze zwischen Mensch und Tier. Doch während die vermenschlichten Hundeperformer diese zu verwischen schienen, bestätigten Dresseur:innen sie durch die Repräsentation menschlicher Macht über die Tierwelt. Die Hundeperformer waren so in vielerlei Hinsicht eingebunden in diskursgeschichtliche, aber auch allgemeinere historische Entwicklungen, die ganz konkret Einfluss auf ihre Lebenswirklichkeiten haben konnten. Die Hundeperformer dienten als Projektionsflächen für Parodien, anthropologische Differenz, Zivilisierungs- und Erziehungsideen und rassistische Ideologien. Hinter diesen Zuschreibungen waren die Kunsthunde jedoch auch Individuen mit je eigenen Biografien, fähige Performer, companions und vieles mehr. 

Bildmaterial:

Slide 1 - Examensfeier SoSe26, Foto Patric Fouad.

Slide 2 - links: »Dick, Erfinder des Serpentintanzes«, Illustration in: Pierre Hachet-Souplet, Die Dressur der Thiere (1898); rechts: Zeitungsausschnitt, Loïe Fuller beim »Serpentinentanz«, 1928.

Slide 3 - Anschlagzettel »Wunderhund Lelie«, J. P. van Stralen, Mitau, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.


Guest lecture Dr. Nazlı M. Ümit: »Women Behind Karagöz’s Screen: Performance, Transmission, and Heritage«

Save the date! 23.06.2026 | 10-12h im Tagungsraum, Seminargebäude HYBRID
Registration via mail
Abstract: As a form of puppet theatre, Karagöz has survived to the present day through its rich textual, literary, iconographic, dramatic, and performative elements. Various sources, communities, cultural mediators, and practitioners made the preservation and transmission of Karagöz heritage possible. While the professional transmission of Karagöz performance remained predominantly within male circles until the twenty-first century, many of its cultural, musical, narrative, and performative layers were also shaped by women’s practices, and modes of transmission within other performative and dramatic traditions. Drawing from her own artistic and research-based experience, Nazlı M. Ümit explores a historical framework of Turkish puppetry extending from female puppeteers in the seventeenth-century Ottoman harem to women’s puppet performances in Anatolian villages, and from there to contemporary engagements with Karagöz. Within this context, she discusses how contemporary practitioners negotiate women’s roles as Karagöz puppeteers.

Bio: Nazlı M. Ümit (Dr.) is an independent researcher, Karagöz puppeteer, and theatre practitioner. Her recent research focuses on Turkish puppetry in the contexts of historiography, iconography, and under-researched repertoires. She is the founder of Sirkeci Theatre, which aims to reconstruct and stage lost or scarcely known texts through research and performance-based approaches. She studied under Alpay Ekler, a Karagöz master designated as a Living Human Treasure (UNESCO), and she is officially acknowledged by the Ministry of Culture and Tourism of Türkiye as a Karagöz practitioner within the scope of Intangible Cultural Heritage. She currently serves as the chair of the UNIMA International Heritage Commission.


Enes Türkoğlu ist neuer Leiter der DH-Abteilung!

Enes Türkoğlu M.A. übernimmt zum 01.03.2026 die Leitung unserer Abteilung für Digital Humanities.

Digital Humanities spielen als Forschungsfeld in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung eine zentrale Rolle. Zum einen benötigt eine Sammlung dieser Größe eine differenzierte Digitalstrategie, zum anderen sind die Katalogisierung, Digitalisierung und Datensicherung von Sammlungsobjekten anhaltende und sich in ihrer Form ständig ändernde Arbeitsbereiche. Daher beschäftigt sich die TWS nicht nur mit den täglichen digitalen Prozessen der Sammlungsarbeit, sondern unterstützt und führt auch Forschungsprojekte, die das Potenzial des Digitalen erproben.

Enes Türkoğlu übernimmt diesen wechselreichen Arbeitsbereich als Leiter der Abteilung Digital Humanities. Er ist seit 2014 im Kontext verschiedener Projekte Mitarbeiter der Sammlung und lehrt u. a. am Institut für Digital Humanities der Universität zu Köln. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Erfassung und Digitalisierung heterogener Objektarten sowie der digitalen Sichtbarmachung ihrer kulturhistorischen Kontexte. Seit 2022 beschäftigt er sich zudem intensiv mit der Datenkuratierung bezüglich der TWS-Bestände, um einen zentralen Zugang der Katalogdaten zu ermöglichen.

Das neueste Kooperationsprojekt aus der Abteilung ist die Teildigitalisierung der Sammlung Werner Nekes, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Für dieses Projekt übernimmt Enes Türkoğlu die Projektkoordination, Datentransformation und Prozessleitung.

Wir wünschen ihm viel Erfolg auf der neuen Position und freuen uns auf die Zusammenarbeit!
Profil Enes Türkoğlu


Der Kalender der TWS für das Jahr 2026

Zum Tag der offenen Tür am 2. November 2025 hat die TWS druckfrisch den neuen Jahreskalender für 2026 präsentiert.
Begleitend zu einem visuellen Rückblick dieser Veranstaltung möchten wir auch auf diesem Wege auf unseren Kalender aufmerksam machen.

Das Team der Sammlung ist durch die Bestände gestreift, um das vielgestaltige Wirken von Frauen in der Theatergeschichte zu erkunden und zu erzählen: auf den Bühnen ebenso wie hinter den Kulissen, etwa als Bühnen- und Kostümbildnerinnen. Freuen Sie sich auf zauberhafte Kostümfigurinen, oftmals vergessene Künstlerinnen, innovative Entwürfe für Bühnenräume, die gleichzeitig die Vielfalt des TWS-Materials wie auch theatergeschichtliche Jubiläen aufgreifen, die in den kleinen Texten auf den jeweiligen Kalenderrückseiten kontextualisiert werden. Gabriele Schmidt arbeitete ebenso wie Erna Bergmayer, deren Entwürfe bereits häufiger zu sehen waren, in den 1920er Jahren für das berühmte Atelier Hugo Baruch und hinterließ ein Konvolut charmanter, eigensinniger Figurinen.

Wenn Sie Interesse haben, den Kalender zu erwerben, aber dem Tag der offenen Tür leider fernbleiben mussten, können wir Ihnen den Jahreskalender 2026 für 12 € zusenden. Wenden Sie sich hierfür bitte per Mail an uns. 


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