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Ariadnefäden durch die TWS

Ariadnefäden durch die TWS

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung ist so komplex wie die Theatergeschichte selbst. Mögliche Zugänge zu unserem Bestand sind die hier aufgeführten Ariadnefäden. Auch diese können unsere Sammlung nicht vollständig abbilden. Wenn Sie also nicht finden, wonach Sie suchen, schicken Sie uns nichtsdestotrotz gerne eine Anfrage!

Warum Ariadnefäden? - Fühlen Sie sich eingeladen, von uns durch das Labyrinth der TWS geführt zu werden. Während unser Bestand zwar vielfältig und facettenreich ist, ist es dennoch nicht so kompliziert hier zu recherchieren und forschen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!



Einblicke in unsere Sammlung

Objekte im Spotlight

Der Geist in Hamlet ist wahrlich eine „fragwürdige Gestalt“ – er bereitet nicht nur den Figuren des Dramas Unbehagen; er sucht jede Inszenierung aufs Neue heim mit seiner Frage: „Was sind Deine Gespenster heute?“

Adolf Mahnke hat in seiner Bühnenbildskizze für Gerhart Hauptmanns Inszenierung in Dresden 1927 das Moment der Verängstigung der Wachen fokussiert, wenn der Geist selbst nur ein leuchtender Schatten ohne erkennbare Konturen ist, der die Furcht der Umstehenden umso heller sichtbar werden lässt.

Wolf Vostell und Hansgünther Heyme haben sich 1979 in Köln für eine Erscheinung entschieden, der – ebenso wie dem szenischen Raum – die Zeichen medialer Durchdringung eingeschrieben sind: Die aus dem Körper ragenden Antennen senden die Botschaft der Heimsuchung an den auf dem Bildschirm erscheinenden Hamlet aus.

Beide Bilder markieren die Spannung von Aktualität und Historisch-Werden, die dem Geist innewohnt: Der Gegenwartsbezug von Gestern erlaubt eine zweite Begegnung mit dem Geist als Chiffre einer uns immer wieder herausfordenden Vergangenheit.

Text: Peter W. Marx